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Ski, Schnee, Schanze! / Obstacle Run

Im Winter werden Hobby- und Profisportler gleichermaßen zu Ingenieuren. Beim „shapen“, oder Schanzenbauen verwirklichen sich Jugendträume, und der Drang nach immer höheren und spektakuläreren Sprüngen setzt sich jedes Jahr aufs Neue fort. Snowparks sind populärer denn je und in fast jedem Skigebiet vertreten. Schanzenbauen im großen Stil, das betreibt die Firma Schneestern.

Audi Nines 2: Foto: © Atlas Images / Theo Acworth

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Jeder kennt sie, die Funparks in den Skigebieten. Dort, wo begeisterte Freestyler auf wagemutige Anfänger treffen und alle das gleiche Ziel verfolgen: möglichst spektakulär auf, über und unter den Hindernissen durchzukommen und dabei cool aussehen.

Von Schanzen über Tunnel, die Auswahl an Hindernissen ist schier unendlich. In der heutigen Zeit ein Muss für jedes Skigebiet.

Doch wie werden die Parks eigentlich gebaut und welche Planung steckt hinter den Attraktionen? Wir haben mit Marco Rues von der Firma Schneestern gesprochen.

Nicht nur langweiliges Schanzenspringen

Snowparks bestehen nicht nur aus großen aufgeschobenen Schneeschanzen. Mittlerweile gibt es schier unzählige Elemente, die ein Part bieten kann. Vom Tunnel den man durch und überfahren kann bis zu den Kickern, für jeden Schwierigkeitsgrad ist etwas dabei. Die Mischung macht dabei den ganzen Spaß und Unterhaltung aus. Die meisten Skigebiete legen ihre Parks so aus, dass Ski- und Snowboardfahrer jeden Alters und Könnens etwas für sich finden. Natürlich gibt es auch die reinen Profiparks, bei denen immer hundertprozentiges Können abverlangt wird.

Planung bis ins kleinste Detail

Bis ein Snowpark eröffnet werden kann, braucht es einen längeren Planungsprozess. Zuerst wird das Gelände fotografiert und kartografiert, um die „Obstacles“ (Hindernisse) genau ans Gelände anzupassen. Anschließend werden die Ideen skizziert und am PC geplant, um zu sehen, wie es aussehen wird. Dabei muss auch errechnet werden, wie schnell die Sportler fahren dürfen und sollen und wie weit sie im Normalfall springen werden. Auch die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen muss stimmen, denn kein Freestyler will zwischendurch bremsen müssen. Die ganze Abfahrt sollte im „Flow“ passieren und keine sonderlichen Brems- oder Richtungsänderungsmanöver erfordern. Bei Parks für Skigebiete dauert der Planungsprozess in etwa vier bis sechs Wochen, für die Olympischen Spiele in Pyeongchang saß man ein ganzes Jahr an der Planung.

Dabei spielen nicht nur die gebauten Elemente eine tragende Rolle. Auch die Schneeverhältnisse, die Hanglage (nord- oder südseitig) und die Neigung des Geländes müssen kalkuliert miteinberechnet werden. Ein südseitiger Hang wird meist von der Sonne erwärmt und der Schnee wird weich, während Nordhänge mit pickelhartem Schnee aufwarten. Abhängig der Faktoren eignen sich gewisse Obstacles besser und andere weniger für diese Stellen.

Planung: Foto Matthias Schwarz

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Vom Schrillen zum Natürlichen

Die Art der Obstacles hat sich in den letzten Jahren auch stark verändert. Waren die Schanzen früher bunter, leicht zu erkennen und dominant herausragend, wird heute auf natürliche Linien geachtet. Man will sich den natürlichen Gegebenheiten des Berges anpassen und der Snowpark sollte sich in das vorgegebene Landschaftsbild einfügen. Deshalb ist die Planung und das genaue skizzieren des Platzes umso wichtiger.

Handarbeit unersetzlich

Gebaut werden die Parks zuerst mittels der Pistenraupe, Schanzen werden aufgeschüttet und der Schnee verteilt, große Löcher können auch mit der Raupe gefüllt werden. Der Feinschliff erfolgt aber auch heute noch per Hand, denn die Raupe kann zwar die groben Löcher füllen, die deinen Macken müssen per Schaufel korrigiert werden. Gerade abgeschliffene Seiten von Kickern werden per Hand zurechtgeschleift und auch die letzten Schrauben werden von den Mitarbeitern händisch festgezogen, denn Sicherheit geht vor. Durch die Nutzung müssen die Parks auch täglich neu präpariert und begutachtet werden, was auch wieder zuerst mit Pistenraupe und anschließend mit Hand und Schaufel erledigt wird.

Produktion: Foto Matthias Schwarz

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Schneestern

Vom Ein-Mann-Betrieb in Deutschland wuchs das Unternehmen rund um Gründer Dirk Scheumann zur internationalen Größe. Neben Skigebieten in Österreich, Deutschland und der Schweiz baute man auch die Slopes für das „Air&Style“, die Olypmischen Spiele in Südkorea und das „Audi Nines“. Die neuesten Projekte findet ihr in Kühtai, am Stubaier und Kaunertaler Gletscher. Weitere Highlights entstehen in China und werden Anfang des nächsten Jahres präsentiert.

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Titelbild: Audi Nines 1, Foto: © The Distillery / Florian Breitenberger