Die Handschuhe von Zanier begleiten Sportler auf dem Weg zu ihren Gipfelsiegen. Gleichzeitig befindet sich Zanier als Unternehmen selbst auf einem steilen Weg nach oben. Der Gipfel ist hier der internationale Erfolg als Handschuhmarke. Im Interview verrät Geschäftsführer Markus Zanier mehr über den Aufstieg der Marke – über den Weg, der schon zurückgelegt wurde, und die Herausforderungen, die in der Zukunft liegen.

 

Pionier in großen Fußstapfen

Seit über zehn Jahren lenkt Markus Zanier die Geschicke des Tiroler Familienunternehmens Zanier. Dass er die Nachfolge seines Vaters, Firmengründer Werner Zanier, antrat war weniger selbstverständlich, als es vielleicht scheinen mag. „Dieser Schritt war für mich überhaupt nicht klar“, so Markus, denn „in meiner Studienzeit habe ich zunächst mit anderen Berufsgruppen wie der Finanzwirtschaft geflirtet.“ Nach einer Zeit in der Versicherungsbranche stellte er aber bald fest, dass „gutes Geld für schöne Präsentationen“ nicht seine Welt waren. Er wollte seine Ideen auch selbst umsetzen und vermisste den Kundenkontakt. Nicht zuletzt wird sich auch die Verbundenheit zum Berg und dem Wintersport bemerkbar gemacht haben, die seit jeher im Zanierblut fließt, als Markus 2005 ins Unternehmen einstieg.

 

Die ersten Schritte von Zanier Gloves

„Meine Familie“, erzählt Markus, „war schon immer leidenschaftlich im Bergsport verankert.“ Der Vater führte mit seinem Bruder ein Wintersportgeschäft in Lienz, und entschloss sich 1969 zum Einstieg ins Handschuhgeschäft. „Anfangs lief das noch nebenher“, erinnert sich der heutige Firmenchef – „da waren es etwa zwei Kartons Handschuhe im Jahr, die wir verkauften.“ Mittlerweile seien es „ein paar Kartons mehr“, erklärt er schmunzelnd. Zanier Handschuhe sind heute weltweit erhältlich. Bei allem Erfolg war im Familienunternehmen eines immer wichtig: „Wir streben nach langfristigen Beziehungen und gut gelebten Partnerschaften, nicht nach schnellen Wachstumsschüben, die einfach gekauft aber nicht nachhaltig sind“, so Markus.

 

Meilensteine der Firmengeschichte

Auf dem Weg zum Gipfel gibt es immer wieder wichtige Stationen. Der erste Gore Tex-Handschuh 1984, die Einführung der Heat Technologie 1999 und noch viele mehr. Als besonderen Erfolg nennt der sympathische Firmenchef die familiäre Unternehmenskultur. „Ich bin stolz darauf, dass extrem viele Mitarbeiter, die bei uns angefangen haben auch bei uns in Pension gegangen sind. Das ist heute selten und eine große Auszeichnung für beide Seiten.“ Diese freundschaftliche Betriebskultur erleben – seit dem Standortwechsel 2016 nach Innsbruck – auch die Teammitglieder am neuen Firmensitz. „Die Umstrukturierung und der Umzug nach Innsbruck waren wichtige Schritte nach vorne, die neue Impulse gesetzt und wieder viel Talent ins Haus gebracht haben. Außerdem fühlen wir uns in Innsbruck noch näher an unseren Kunden – und an der Welt.“ (lacht)

 

Dem Markt vorausgehen

Im Bereich Handschuhe kommen von Zanier immer wieder wegweisende Innovationen. Wie ist das möglich? Gibt es da eine Art James Bond Labor im Haus? „Unser Forschungslabor ist die Nordkette und die vielen schönen Skigebieten rund um Innsbruck und Osttirol oder wo auch immer unsere vielen Athleten gerade unterwegs sind.  Auch wir selbst, im Vertrieb und im Unternehmen, sind gerne und viel am Berg, besonders mit Skiern“, erklärt Markus. „Dabei sehen wir natürlich die Painpoints unserer Kunden und auch unsere eigenen.“ Der Input der Sportler und das Feedback von professionellen Partnern wie zum Beispiel der Bergrettung sei ein maßgeblicher Faktor bei der Produktentwicklung. „Wir wollen von den Besten lernen. Diese Impulse halten uns im Kopf und im Denken jung.“

Bild: Markus Zanier im Interview mit Renate Leitner

 

Noch lange nicht am Ziel

Trotz all dieser Erfolge sieht Markus noch eine weite Reise voraus: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns, die Marke und uns selbst weiterzuentwickeln.“ Dabei treibt sich das Team gegenseitig zu ständig neuen Pionierleistungen an. Schließlich wird Markus selbst „schnell langweilig, wenn wir länger die gleichen Dinge bringen.“ Diese Ungeduld fördert wohldosiert den ständigen Wandel des Unternehmens.  Besonders in Zeiten der Digitalisierungswelle sei dieser Innovationsgeist wichtig. Markus ist sich bewusst: „Die digitale Umwälzung bringt viele Herausforderungen für den Mittelstand und Kleinunternehmen wie Zanier. Diese Entwicklungen kann keiner genau voraussehen, aber wir stellen uns gut auf. Ein Faktor, der für uns ebenso wichtig ist wie die Qualität des Produktes.“

 

Leitgedanken

Gleichzeitig ist es wichtig, nicht abzuheben und mit beiden Beinen fest am Boden zu stehen. Konkrete Vorbilder hat Markus keine, aber er erzählt: „Ich reflektiere viel über Menschen in meinem Bekanntenkreis, die sehr erfolgreich sind, aber trotzdem noch Werte wie Dankbarkeit, Respekt und Bodenständigkeit leben. Das ist für mich der Faktor, der mir wichtiger ist, als zwei oder drei Nullen in der Umsatzentwicklung mehr zu haben. Es gibt viele, die mit dem ersten Lüftchen von Erfolg schon abheben und wenige, die es wirklich geschafft haben. Das sind dann aber meistens die coolsten, bodenständigsten Menschen, die man treffen kann.“ Das so zu verarbeiten, ist für Markus der eigentliche Erfolg, das wirklich Vorbildliche.

 

Bild: Der Zanier Showroom – bald kommen die neuen Modelle zum Jubiläumsjahr

Zanier wird 50

Im Jubiläumsjahr 2019 feiert das Unternehmen Zanier sein 50-jähriges Bestehen. Dazu darf man wieder eine Menge Neuheiten erwarten. „Wir werden eine coole neue Corporate Identity, Produktneuheiten und Promotions präsentieren. Die zentralen Themen sind Design, Funktion und Nachhaltigkeit“, so Markus. „Für uns ist das ein schönes Ereignis, bei dem wir einen Blick auf den zurückgelegten Weg werfen. Vor allem ist es aber ein Ausgangspunkt, um mit dem Zanier-Pioniergeist die Zukunft zu erobern.“

 

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Danke Markus für das Interview!